unser Jahresprogramm 2021

Das Thema SCHiCHTWEISE beschäftigt uns mit inspirierenden Ausstellungen 2021.

Was sind Schichten? Was kommt hinter den Schichten zum Ausdruck? Und nicht zuletzt die Schichttorte, denn der Cuxhavener Kunstverein wird dieses Jahr knackige 30 :-)

Die kommenden Ausstellungen werden vielfältig und bunt. Coronabedingt teilweise online, aber dafür auch lange für alle sichtbar. Von Kacheln und Fliesen, über aussagekräftige Portraits bis zu beklemmenden Darstellungen von in Farbe getauchten Gefängniszellen reichen die Schichten, die manchmal unter die Haut gehen. Immer vielschichtig.

Seid ihr mit dabei? Wir freuen uns auf euch.

 

Alle anderen vorherigen Ausstellungen findet ihr hier unter immer wieder sehenswerte Ausstellungen

aktuell

Aufgrund der Corona-Pandemie zeigen wir euch unsere Ausstellungen, die wir gerne gemeinsam mit euch vor Ort betrachtet und diskutiert hätten, übersichtlich und spannend online. Ihr könnt jedes Bild durch einen Klick vergrößern und in Ruhe betrachten. Schreibt uns doch eure Eindrücke der Werke!

hier ist noch platz

"RISSE" - Arbeiten der Aktiven Kunst-Begeisterten

In Betrachtung der Online-Ausstellung von Timo Grimm haben sich unsere aktiven Künstler und Kunst-Begeisterten mit dem Thema "Risse" beschäftigt. So sind inspirierende Werke entstanden. Risse können sehr vielschichtig sein, mal trennen sie, mal kann man sie kitten und etwas Neues finden. Wir freuen uns immer riesig über die tolle Beteiligung und diese wirklich gelungene Ausstellung:

 

Anna Bielecki

Risse "Rysy"

erich baumann

Der passauer Tölpel

Renate Grothkopf

Risse im Quadrat                                          .

Annette Mirbach

Risse

Petra Hildebrandt

grenzen überschreiten, aber niemals das Schöne aus dem Blick verlieren

sonja zisser

schattenriss

Inga Willeke

Riss

erich baumann

Der passauer Tölpel

Renate Grothkopf

Berg und Tal: Kein Riss kann uns trennen

Susanne Biedron

Die gerissene Liebe

Jeanine Horn

Der zerbrochene Krug

frederike tadday

risse im südpolaren eismeer


coro na und?!

"Was lässt uns gut durch die Corona-Krise kommen?“ Hierzu haben sich viele Menschen künstlerisch mit dieser Frage beschäftigt. Trotz Lockdown, Einsamkeit oder Überforderung gibt es im Alltag ja auch immer kleine Lichtblicke, die Mut machen oder einen in der Krise stärken, auch kleine Rituale oder Begegnungen mit Humor sind oft hilfreich. Um genau diese kleinen Mutmacher geht es in dem besonderen Event „Coro na und?!“.

In dieser Ausstellung sind alle künstlerischen techniken erlaubt, ob selbstgemaltes Bild, Fotografien, Skulpturen, geschichten oder Gedichte.Wir freuen uns sehr über die vielfältigen Ansichten, die auch immer wieder anderen Mut machen sollen.

Ihr könnt jedes Bild per Klick vergrößern und findet dann immer den Namen der Künstlerin/des Künstlers.

Die Ausstellung wird noch erweitert und befindet sich gerade im fortlaufenden Prozess.

Patrick Lohse  "MODUS"

In der Werkgruppe »Modus« beschäftige ich mich seit 2017 mit dem Thema Strafe und Gefängnis. Die seither entstandenen Arbeiten kreisen um die kontinuierlichen Anpassungsprozesse, die das Gefängnis unter dem Einfluss von gesellschaftlichem Wandel, kapitalistischer Verwertungslogik und technischer Innovation durchläuft. Auf Grundlage umfangreicher Recherchen erschließe ich fortlaufend neue Aspekte und Themen, die innnerhalb von »Modus« zu einer Werkguppe zusammenfließen. Dabei verfolge ich nicht den Ansatz, das Gefängnis als Ganzes begreiflich zu machen oder zu erklären. »Modus« ist viel mehr ein Versuch, die Systematik und die Funktionsweise des Justizapparates, oder – mit Foucault gesprochen – dessen »Mikrophysik« sichtbar zu machen.

 

Exemplarisch für diese Arbeitsweise steht die zwischen 2018 und 2020 entstandene Serie »Modus: 3×4«. Drei großformatige Bilder zeigen jeweils einen modernen Haftraum, dessen Architektur und Gestaltung eine spezifische sensorische Wirkungsweise auf die Gefangenen ausüben soll. Die erste Arbeit der Serie, 3×4, Cool-Down-Pink (2018), zeigt eine Zelle, die vollständig in dem gleichnamigen patentierten Farbton gestrichen wurde, der eine »blutdrucksenkende« und damit »beruhigende« Wirkung auf Gefangene haben soll. Im Gegensatz dazu zielt die gänzlich farblose Gestaltung der Zelle in 3×m, Deprivation (2019) auf den Entzug visueller Reize ab, der bereits nach wenigen Stunden Halluzinationen und Gleichgewichtsstörungen hervorruft. In 3×4, Time-Out (2020) ist ein mit beigefarbenen Matten ausgekleideter Haftraum zu sehen, der als sichere Maßnahme bei »unkontrollierten Aggressionsschüben« beworben wird. Farbliche Akzente und bewegliches Mobiliar sollen hier ein positives Umfeld erzeugen.

 

Bei näherer Betrachtung der Fotografien wird jedoch deutlich, dass es sich nicht um vorgefundene Hafträume handelt, sondern um die fotografische Inszenierung rekonstruierter Kulissen. Die Konzepte der Hafträume sind jedoch keineswegs erdacht – im Gegenteil. Sie beruhen auf Augenzeugenberichten, der Transkription eines Beratungsgesprächs oder den Katalogfotos eines Herstellers, die jeweils zu Bauplänen für die Kulissen umfunktioniert wurden.

 

Die kürzlich entstandene Serie »LOOP« (2021) thematisiert die sukzessive Einführung so genannter »Einweghandschellen« aus Plastik. Sie werden als »schnelle, ökonomische« und vor allem »hygienische« Alternative zu herkömmlichen Handschellen beworben. Die Bilder zeigen ausschnitthaft das Reenactment einer qualifizierenden Fortbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Strafvollzug. Während der eng gefasste Blick aus einer anonymen Ego-Perspektive den Blick der Betrachter*innen zunächst auf die Warenförmigkeit und Funktionalität der Einweghandschelle limitiert, bricht die Reinszenierung immer wieder mit ihrem Programm. Für kurze Momente blitzen die kleinen Bewegungen und Gesten auf, die der alltägliche Widerstand, etwa gegen zu straff angezogene Handfesseln, erforderlich macht.

 

Die Aufnahmen der Serie »UNIT« (2021) zeigen Installationen aus normierten Kalksandsandsteinblöcken. Die Anordnung der Steine nimmt Bezug auf vorgefundene, teilweise bereits verfallene Mauern. Während einige Rekonstruktionen scheinbar zusammenhangslos und dekonstruiert nur noch vom Verfall ihrer Vorbilder zeugen, verweisen die besser erhaltenen Exemplare durch ihre schematische Anordnung auch auf die kulturelle Dimension von Mauern als strukturgebende Elemente der Raumbegrenzung und der materiellen aber auch kulturellen Konstruktion eines Innen und Außen.

 

 

 

MODUS: 3×4

Serie aus drei C-Prints kaschiert auf Plexiglas, 2018 – 2020

„MODUS: 3×4, Cool-Down-Pink“

C-Print, Kaschiert auf Plexiglas, 124cm × 187cm, 2018

„MODUS: 3×4, Deprivation“

C-Print, Kaschiert auf Plexiglas, 124cm × 186cm, 2019

„MODUS: 3×4, Time-out“
C-Print, Kaschiert auf Plexiglas, 124cm × 188cm, 2020

MODUS: Loop

Sequenz aus 16 gerahmten Inkjet-prints, 2021

„MODUS: Loop“
C-Print, gerahmt, 50cm × 35cm, 2021

„MODUS: Loop“
C-Print, gerahmt, 50cm × 35cm, 2021

„MODUS: Loop“
C-Print, gerahmt, 50cm × 35cm, 2021

MODUS: Unit

Sequenz aus 12 gerahmten Inkjet-prints, 2021

„MODUS: Unit I-III“   

C-Prints, gerahmt, je 55cm × 70cm, 2021

„MODUS: Unit IV“
C-Print, gerahmt, 120cm × 70cm, 2021

„MODUS: Unit V-VII“

C-Prints, gerahmt, je 55cm × 70cm, 2021

„MODUS: Unit VIII“

C-Print, gerahmt, 120cm × 70cm, 2021

MODUS: Attribute

Fortlaufende Serie, gerahmte C-Prints, seit 2017

„MODUS: Attribute (Gelsenkirchen)“

C-Print, gerahmt, 80cm × 40cm, 2017

timo grimm "zerfallsprodukte"

In meiner Arbeit beschäftige ich mich vor allem mit den Möglichkeiten, die das Medium Malerei im globalen und digitalen Zeitalter bietet. Das Interesse an einer Auslotung dieser Möglichkeiten und das Bedürfnis zu einer Gegenreaktion gegenüber der transmedialen und digitalen Bilderproduktion, die mir durch ihre große Bilderflut ebenso beliebig sowie zugleich dogmatisch erscheint, führte zur Limitierung meiner Produktionsformen. Am Anfang führte ich mit den Materialien des Mediums Experimente durch. Die hierbei entstandenen Bilder stellten ihren eigenen Entstehungsprozess dar. Von diesen Bildern leiten sich meine aktuellen Arbeiten ab. Ich übertrage bewährte Motive der holländischen Fliesenmalerei auf formal veränderte Leinwände. Die Bilder spielen mit dem täuschenden Ansatz des Trompe l'œils, sind aber bei einer näheren Betrachtung auch als Hommagen für die Materialität der Malerei zu sehen. Ich habe das Verwenden dieser Motive immer als einen Akt der Wertschätzung für das Erbe an Bildern wahrgenommen. Hieraus resultiert, dass ich meine eigene Autorenschaft reduziere. So ist es klar, dass besonders in dieser Bilderserie meine Aufgabe nicht primär in der Entwicklung der Kompulsion selbst besteht, sondern in der umfangreichen Recherche des Vorherigen. Eine Vernetzung an Bildern und Informationen, die das bereits Vorhandene als die Bedingung der heutigen Möglichkeiten wahrnimmt. Das Aufgreifen und Collagieren mit dem Ziel dieses Bewährte, durch verschiedene Kombinationen neu zu diskutieren.

Timo Grimm (Jahrgang 1990) lebt und arbeitet in Hamburg. Von 2012-2016 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (Bachelor) und erhielt 2017 ein Deutschlandstipendium der HFBK Hamburg sowie 2018 die Freundeskreis-Projektförderung. In Griechenland verbrachte er einen Aufenthalt an der School of Visual and Applied Arts of the Aristotle University Thessaloniki. 2019 gehörte er zur Nachwuchförderung der Kunststiftung Schües. 2019 schloss Timo Grimm das Studium mit dem Master bei Prof. Werner Büttner ab.

 

www.timogrimm.com

Alle Werke sind Öl auf Leinwand.

bewährtes (hirsch), 45x45, 2020

bewährtes (baden) 45x45, 2020


bewährtes (ostsee) 45x45, 2020

bewährtes 45x45, 2020


bewährtes (venus), 45x45, 2019

bewährtes (babel), 45x45, 2019


dekoriertes stillleben, 2020

bowerbird, 45x45, 2020


die männer, die weggehen, 200x200, 2019

grimmischer anpassungsversuch, 45x45, 2020


nichts wird passieren, 200x200, 2019

Körperflüssigkeiten, 45x45, 2020


lösungsansatz für das Symmetrieproblem, 180x180, 2020

o.t.                                                                 180x 90, 2020