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Wechselwirkunen: In der Kunstvermittlung von “Nähe und Distanz” setzen wir uns mit Entfernungen konzeptionell auseinander und erforschen, wie Kunst aus Ideen entsteht.

Was bedeutet Distanz eigentlich? Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn Entfernungen verändert werden? – Um die Phänomene von Distanzen zu erforschen, trennen wir zusammengehörende Dinge. Auf der anderen Seite setzen wir Objekte, zueinander in Beziehung, die räumlich, funktional und inhaltlich weit voneinander entfernt liegen. Durch die Nutzung kunstferner Gegenstände und Materialien werden zeitgenössische Aspekte der Objektkunst deutlich. Wir stellen “das Gewöhnliche“ infrage und gehen dem Kunst-werden von Ideen auf den Grund.

Wie stellt man eine Idee oder ein Konzept dar? Was ist überhaupt ein Konzept?  Wie lässt sich eine Idee darstellen, ohne sie umzusetzen?  Warum kann eine Idee zur Kunst erklärt werden? In unseren Workshops und Projekten erforschen wir die wesentlichen Fragen zeitgenössischer Kunst. Die Ausstellungen der Reihe “Nähe und Distanz” unterstützen uns dabei. Welche Ideen haben die Künstler? Wie haben sie Gestalt angenommen? Welche Rolle spielen wir als Betrachter?

 

Welche Konsequenzen hat es, wenn Distanzen verändert werden? Ab wann nehmen wir eine Veränderung wahr? – In “Wechselwirkungen” untersuchen und hinterfragen wir die Nähen und Distanzen im Alltag und in der Kunst.

Durch “Wechselwirkungen” sucht der Cuxhavener Kunstverein den Dialog zu seinem sozialen Umfeld mittels zeitgenössischer Kunst. Die Kunstvermittlung richtet sich einerseits an Menschen, die bereits selbstständig einen Weg zur Kunst gefunden haben. Andererseits sprechen wir mit “Wechselwirkungen” ganz bewusst jene an, denen der Zugang zu Kunst bisher verschlossen blieb.

Unserem Jahresprogramm folgend gehen wir der Frage nach, ob sich im Œuvre ehemaliger Schüler Timm Ulrichs immer noch die Handschrifft des Meisters lesen lässt. 14 Künstler möchten ihrem ehemaligen Professor durch die Ausstellungsserie “Nähe und Distanz” eine Ehre erweisen. So liegt die Vermutung nahe, dass mehr Nähe als Distanz zu erwarten ist – oder doch nicht?

Schon oft wurden die Wechselwirkungen zwischen Künstlern thematisiert. Parallelen und Entwicklungen spielen besonders in stilgeschichtlichen Untersuchungen eine Rolle. Auch die Frage, wer wann was zuerst gemacht hat, ist ein viel diskutierter Aspekt im Kunstgeschehen, der nicht selten vor Gericht geklärt werden muss.
Auch im Zwischenmenschlichen ist Distanz ein immerwährendes Thema: Man kommt sich näher, man distanziert sich. Wege kreuzen sich. Meist ist die Frage nach der Distanz unbewusst beantwortet und bleibt unreflektiert. Nur wenn die Distanz zwischen Positionen ungewöhnliche Dimensionen annimmt, fällt eben dieser Umstand auf und hat häufig Konsequenzen.

Natürlich werden auch bewusst Grenzen überschritten. Mitunter sind Grenzüberschreitungen notwendig, um neue Wege einzuschlagen.

In “Wechselwirkungen” möchten wir weniger akkumuliertes Fachwissen vermitteln. Vielmehr geht es uns darum, durch eigenes Erleben einen Zugang zu zeitgenössischer Kunst zu schaffen. Als Kunstverein sind wir davon überzeugt, dass zeitgenössische Kunst junge Menschen dabei unterstützen kann, sich in einer globalisierten Welt zu orientieren.

Unsere Vermittlungsaktionen gliedern wir meist in zwei Phasen. Nach einem theoretisch-interaktiven Einstieg folgt die reproduktive-transformative zweiten Phase, in der die Workshopteilnehmer ihre eigenen Ideen umsetzen. Diese künstlerisch-kreative zweite Phase ist der Kern unseres Vermittlungskonzepts, der sich somit klar von einer reinen Führung abgrenzt. Durch kooperative Lernarrangements und Reflexionsangebote werden Team- und Kooperationsfähigkeit ebenso geschult wie Empathie, Toleranz, Selbstbewusstsein, Selbstmotivation und Kritikfähigkeit gefördert werden. “Wechselwirkungen” konzentriert sich auf die Workshopteilnehmer. Über die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst werden durch die Umsetzung eigener Werke auch nonverbale Fertigkeiten erworben.

Berichte und Reportagen

Presse: Kunstvermittlung thematisiert Demografischen Wandel

Auch im Jahr 2016 wird die VGH-Stiftung die Kunstvermittlung unseres Vereins finanziell unterstützen. Ausgangspunkt hierfür war ein gemeinsames Treffen…

Dem eigenen Künstertypen auf der Spur

Zehn Jugendliche aus der Elfenbeinküste, aus Somalia, Syrien, Italien und Deutschland haben sich in den Sommerferien mit dem Künstlerbegriff…

Ich, der Künstlertyp

Wie wäre mein Leben, wenn ich ein Künstler wäre? Gemeinsam erfinden wir uns neu, inszenieren Fotoportraits und besuchen spannende…

Wir führen Sie in die Totalkunst!

Gegenwärtig präsentieren wir in unserer Galerie eine Ausstellung mit überregionaler Bedeutung. In Kooperation mit drei weiteren Ausstellungshäusern stellen wir…

Nähe und Distanz zur Romantik

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Aufschlussreiche Besichtigung

Noch bis zum 7. Juni zeigen wir die vielfältigen Exponate ehemaliger Meisterschüler Timm Ulrichs. Lassen Sie sich von unserem…

Weitere Beiträge

 

Das Team

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Jochen Huennebeck

Projektleiter

Jochen Hünnebeck M.A., Jahrgang 1978, studierte Kunstgeschichte und Ur- und Frühgeschichte an der CAU in Kiel. Im Anschluss folgte eine Weiterbildung im Bereich Kulturtourismus und Marketing. Im Kunstverein koordiniert Jochen Ausstellungen, die Kunstschule und die Kunstwerkstatt. Dabei strebt er eine stärkere Vernetzung mit weiteren Kultur- und Jugendeinrichtungen an. Neben seinen organisatorischen Aufgaben bietet er Seminare und Kolloquien zur Kunsttheorie an.

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Paulina Cortés

Künstlerin

Paulina Cortés ist freie Künstlerin, Kunstvermittlerin und konzipiert verschiedene Projekte der Kunst in sozialen Feldern mit Video als medialem Schwerpunkt. Sie leitet die Einrichtung Creaclic www.creaclic.de, die sie zusammen mit Hermann Böhm 2011 gegründet hat. Sie hat in Santiago de Chile freie Kunst studiert. 2006 ist sie dann aus Chile nach Deutschland gekommen und führte ein Aufbaustudium in Kunsttherapie/ Kunst im Sozialen durch. In ihrer eigenen künstlerischen Arbeitet beschäftigt sie sich vor allem mit Video und Installationen. Seit 2010 arbeitet sie in der Planung und Durchführung des Kunstvermittlungsprogramms des Cuxhavener Kunstvereins.