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Schaukelkammer –
Szenarien der Meere

Stefan Demming

Ausstellungszeitraum

14. Oktober
bis 13. November 2011
Mi. – Fr. 16-18 Uhr
Sa. + So. 11-13 Uhr
und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Cuxhavener Kunstverein
Segelckestraße 25,
27472 Cuxhaven

Rahmenprogramm

Eröffnung
Zur Eröffnung spricht Dr. Johannes Ismaiel Wendt
14. Oktober, 19 Uhr

öffentliche Führung
6. November, 11.30 Uhr

Vortrag
mit Miriam Edding über „die Schiffbrüchigen von heute“
16. November, 20 Uhr

Installationen, Videos, Medienskulpturen Singende Zelte, klopfende Schränke, tanzende Fotos… Eine Bühne als maritimes Panorama zeigt vor- und rückwärts segelnde Schiffe aus alten Filmen wie „Herr der sieben Meere“ (1940).

Abhängig vom Geschehen auf der Leinwand und dem dramatischen Soundtrack ereignen sich Dinge im Raum: ein Stoff hebt und senkt sich in Wellen, eine Winsch knackt, eine Glocke läutet und eine Sturmwarnung erklingt.

In den suggestiv inszenierten Geschichten, die seine Arbeiten erzählen, lotet Stefan Demming das Verhältnis von Wirklichem und Unwirklichem, Aktuellem und Virtuellem, Alltag und Magie, Schein und Realität aus.

Demmings Arbeiten siedeln im Niemandsland zwischen Realität und Illusion. Der Betrachter durchschaut sehr wohl das realistische Arrangement mit seinen konkreten Zutaten, er ist dennoch bereit, sich in eine ästhetische, sinnliche Illusion verführen zu lassen. Der Besucher erkennt das Konstruktionsprinzip, er schaut gleichsam hinter die Kulissen der vom Künstler in Szene gesetzten Räume, und doch wird ihnen nichts von ihrem imaginären, nicht selten poetischen Zauber genommen. So wird Demming auch den Cuxhavener Galerieraum in ein poesievolles Atelier verwandeln; der Künstler hat dafür – es könnte kaum besser passen – das Thema , Meer“ ausgewählt. Demming ergänzt seine Rauminszenierung durch ausgewählte Bilder und Objekte.

Stefan Demming interessiert sich für die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Immer wieder sammelt, recherchiert er in fremden Lebenswelten und kombiniert das Material zu performativen Räumen.

Seine computergestützten Installationen umfassen Videos, kinetische Objekte, Mehrkanal-Audio- und Lichteinsätze. Projektionen selbst gedrehter oder aus vorhandenem Material collagierter Filmausschnitte wechseln mit überraschenden Ereignissen im Raum. Stefan Demming arbeitet mit dem Konzept der Kulisse, mit deren Hilfe er Illusionen erzeugt und bricht. Seine szenischen Räume versetzen den Besucher in eine andere Welt, deren Konstruktionsmerkmale aber sichtbar bleiben. So ist der Betrachter auch bewusster Mitspieler.

In einem seiner letzten Projekte „Die kleinste Show der Welt 2“ spielte er mit den Zirkusträumen seiner Besucher. Auf der Recherche über zwei Nonnen im Zirkus basierend und mit Blick auf das Zirkus-Kino präsentierte er eine eigene Show.

Er baute eine Installation mit Zelt, Tribüne und Wohnwagen, war selbst der Zirkusdirektor. Die Darsteller traten in Zirkusfilmen, Gorillas und Clowns als Automaten auf. Dabei verlieh er den Akteuren durch die Bearbeitung der Filmschnipsel eine Mischung aus mechanischen und lebendigen Bewegungen, die klamaukhafte Szenen ins Absurde steigerten.

Die Arbeit von Stefan Demming wurde international gezeigt und ausgezeichnet mit dem Deutschen Videoinstallationspreis und dem Bremer Förderpreis für Bildende Kunst.

Den Cuxhavener Galerieraum verwandelt er in ein poetisches Meer, das er als ein die Nationen verbindendes Territorium, eine „Trans- Nation“ bezeichnet. Seine Bewohner (Fische, Seefahrer, Piraten, Flüchtlinge …) scheinen auf imaginäre Weise durch das Wasser miteinander verbunden. Das Meer ist für Stefan Demming Leben, Bedrohung, Hoffnung und „Ursuppe“ zugleich. Bei dem Versuch der „Wahrheit“ näher zu kommen, vermischt der Künstler Dokumentarisches und Klischeehaftes und spinnt sein eigenes „Seemannsgarn“.

Seine Auseinandersetzung geht vom „Schiffbruch mit Zuschauer“ in Bezug auf die mediale Präsentation von Schiffskatastrophen bis zum „Singsang von Odysseus Sirenen“.

„Halbe Wahrheiten“ ist der bezeichnende Titel einer seiner Bildserien. Den Cuxhavener Ausstellungsraum wird Demming in ein (pseudo?)-poetisches Atelier zum Thema „Meer“ verwandeln.

Stefan Demming, Jahrgang 1973, studierte nach dem Staatsexamen in Kunst und Geschichte an der HfK Bremen Freie Kunst.

Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin. Demmings Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Videoinstallationspreis und dem Bremer Förderpreis für Bildende Kunst.

>> Die Website des Künstlers

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