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Rudimentum

Alice Musiol

Ausstellungszeitraum

29. August
bis 28. September 2008
Mi. – Fr. 16-18 Uhr
Sa. + So. 11-13 Uhr
und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Cuxhavener Kunstverein
Segelckestraße 25, Cuxhaven

Rahmenprogramm

Eröffnung
mit Einführung von Nicola Marian Taylor
29. August
19 Uhr

Als Rudiment wird zum einen ein Anfang, ein erster Versuch bezeichnet, in der Biologie aber auch ein verkümmertes, teilweise oder gänzlich funktionsloses Organ.

Die Rudimente in der Installation von Alice Musiol sind Wurzeln, sich verzweigende Triebe. Aber sie liegen auf dem Boden, nebeneinander und übereinander. Bewegungslos, funktionslos erinnern sie an ausgeblichenes, vertrocknetes Strandgut. Diese organischen aber verdorrten Formen sind eine Metapher für die Entwurzelung, wie sie Migranten überall auf der Welt erfahren. Menschen die aktiv oder passiv ihre Wurzeln verloren haben, vermissen ihre Funktion, ihre Rolle, ihre Aufgabe. Sie stehen vor einem neuen Anfang. Ihre Wurzeln liegen offen.

Die Grundthematik der künstlerischen Arbeiten Musiols steht im engen Zusammenhang mit der Biografie der Künstlerin: der Mensch im Konflikt zwischen dem Wunsch nach Sicherheit, Geborgenheit einerseits und der Unausweichlichkeit von Veränderung und Aufbruch andererseits. Alice Musiol wurde 1971 in Katowice (Polen) geboren und lebt heute in Köln. Ihre Arbeiten vermitteln auf dem ersten Blick das Gefühl von Ruhe, Wärme, Heimeligkeit. Doch bei näherer Betrachtung erweisen sich diese Eindrücke als fragwürdig, gebrochen, gefährdet.

Hinter ihnen lauern Schutzlosigkeit, Leere, Verlassenheit. Der Ausdruck der Fragilität aller menschlichen Sicherheit gelingt Alice Musiol nicht zuletzt durch die ungewöhnliche Auswahl ihrer Materialien: So gestaltet die Künstlerin den vermeintlich kuscheligen Hochflorteppich aus gebrechlichen Salzstangen, und die Nachbildung ihres Geborgenheit suggerierenden Bettes besteht tatsächlich aus Knäckebrot.

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