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Ausstellungszeitraum

23. September
bis 23. Oktober 2016
Mi. – Fr. 16-18 Uhr
Sa. + So. 11-13 Uhr
und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Cuxhavener Kunstverein
Segelckestraße 25, Cuxhaven

Rahmenprogramm

Eröffnung
23. September, 19 Uhr

Künstlergespräch
Clemens Wilhelm und Rizki Resa Utama
2. Oktober, 11 Uhr

Die finalen Ausstellungen unter dem Leitspruch “Die Zeiten ändern sich” thematisieren die Entwicklungen in der Bevölkerung und hinterfragen den angeblichen Wandel der Bevölkerung

Der indonesische Künstler Rizki Resa Utama untersucht in seiner Arbeit Off Into The West die Illusion der Zukunftsprognose, indem er einen künstlichen Sonnenuntergang konstruiert. Die Besucher haben die Möglichkeit diesem entgegenzugehen. Durch den technischen Aufbau besteht die Möglichkeit, sich selbst zeitversetzt wahrzunehmen.
Utama versteht den Sonnenuntergang als eine wahrnehmbare Grenze zwischen der Gegenwart un der nicht vorstellbaren Zukunft.
Da die Sonne im Westen untergeht, ist hier ein weiterer wichtiger Verweis. So steht der Westen für eine moderne, erfolgsorientierte Lebenseinstellung, welche einem traditionellen und konservativen Ideal gegenübersteht.

Clemens Wilhelm zeigt den Film WHEN YOU CHANGE THE WAY YOU LOOK AT THINGS THE THINGS YOU LOOK AT CHANGE. Das Video entstand 2016 in Cuxhaven und feiert somit Premiere. Der Film reflektiert unsere Perspektive auf das tägliche Sein im Wandel. Die Angst vor Veränderung wird durch die Präsentation der alltäglichen Abläufe in unserem Alltag demontiert.
Außerdem zeigt Wilhelm seine 2015 entstandene Arbeit Simulacra. Dieses Video  provoziert Gedanken zu unserer Gegenwart und ihren Folgen, indem der Aufprall jüngerer Vergangenheit auf die Gegenwart in einer entgegengesetzten Beschleunigung neue Sichtweisen gibt.

WilhelmClemens Wilhelm (*1980) ist ein Künstler aus Berlin, der hauptsächlich in den Medien Video und Photographie arbeitet.

Seine Arbeiten haben ihren Hintergrund in der Konzeptkunst und drehen sich häufig um Fragen von Selbstdarstellung in Bezug auf die Gesellschaft. Die Forschungsfelder der Psychologie, Soziologie und Sprache haben einen starken Einfluss auf Wilhelm’s Arbeiten, eine weitere wichtige Zutat ist der Humor. Seine Arbeiten werden international in Institutionen und Festivals gezeigt wie CFCCA Manchester (UK), Times Museum Guangzhou (CN), Loop Festival Barcelona (ESP), Kurzfilmtage Oberhausen (D), Stuttgarter Filmwinter (D), WRO 15th Media Art Biennale Wroclaw (PL) und Goethe Institute New York City (USA). Wilhelm studierte and der HBK Braunschweig in den Klassen von Prof. Candice Breitz (Meisterschüler 2009) und Prof. Michael Brynntrup (Filmklasse). In 2014 gewann er den 1. Preis des „Now & After Video Art Festivals Moskau“ für seinen Film „Peter ist tot“. Er wurde außerdem für den „Kino der Kunst Award 2013“ und den Lichter Film Award 2012“ nominiert. Er erhielt das Tate-Joseph-Beuys-Stipendium (2015), das Lo Schermo dell’Arte/Visio Stipendium (2012), und das Pepinieres Europeennes Stipendium (2011). Wilhelm war „artist in residence“ bei Organhaus Art Space Chongqing (CN), SIM Reykjavik (IS), Buitenwerkplaats Amsterdam (NL), SUMU Turku (FI), LKV Trondheim (NO), FUTURA Prague (CZ), und Timespan Helmsdale (UK).

 

Utama_FotoDer Multimediakünstler Rizki Resa Utama, alias OQ, ist in Indonesien geboren und lebt heute in Deutschland.

Er arbeitet mit den Medien Video, Fotografie und Performance, die er in installativen Zusammenhängen einsetzt. In seinen Arbeiten beschreibt er, wie soziale Prozesse und kommunikative Handlungen sich von Kultur zu Kultur unterscheiden.

 

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Geboren 1985 in Lima, Peru studierte Elizabeth Wurst von 2006 bis 2012 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig in den Klassen von Candice Breitz, Guy Ben-Ner und Vera Bourgeois.

2013 machte sie ihr Meisterschülerabschluss bei Candice Breitz im Bereich Video und Performance. In ihren performativen Interventionen wendet sich Wurst dem öffentlichen Raum zu.Ihre Arbeiten untergraben soziale Konventionen, Konsums-und Verhaltensmuster.

 

LMercadalucie Mercadal ist 1987 in Besançon, Frankreich, geboren. 2010 hat sie an der Ecole Nationale Superieure d’Art de Dijon absolviert und wurde 2013 Meisterschülerin von Corinna Schnitt an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

Zu Zeit lebt und arbeitet sie in Braunschweig. An der Schnittstelle zwischen Video und Performance stellen die performativen Eingriffen Lucie Mercadals eine meist ironische Form von Intimität im öffentlichen Raum dar. Dadurch wird die Grenze zwischen Fiktion und Dokumentation hinterfragt. Irritation, Humor und Poesie sind Kernelemente einer Arbeit, die schon in Frankreich, Deutschland, Polen, Japan, Kanada und den USA gezeigt wurde.

WHEN YOU CHANGE THE WAY YOU LOOK AT THINGS, THE THINGS YOU LOOK AT CHANGE
Video: 4K
10 min
Cuxhaven
2016

Die Zeiten ändern sich – so der Leitspruch der Ausstellungsreihe 2016, die den demografischen Wandel thematisiert. Faktisch gibt es keinen demografischen Wandel, denn “Wandel” impliziert, dass sich etwas Statisches in Bewegung setzt. Aber die Bevölkerung ist ständig in Bewegung und verändert Form, Größe und Struktur. Diesen ewig währenden Vorgang versucht Clemens Wilhelm filmisch zu fixieren. Die entschleunigten Darstellungen und Percussionklänge laden zum Innehalten ein, um auf die alltäglichen Ereignisse und Routinen aufmerksam zu werden. Die anfängliche Leere und Tristesse ängstigt zunächst und irritiert, gibt sich aber nach einer Weile mehr als Mittel, denn als Motiv zu erkennen, welches die Möglichkeit schafft, die Dinge neu zu betrachten und daraus einen erhellenden Gewinn zu schlagen.

Text: Jochen Hünnebeck

Warum ist nicht nichts? Das Potenzial des Abwesenden scheint unendlich. Dieser Film ist der paradoxe Versuch der Beobachtung des permanenten Wandels. Der Standort des Betrachters ist Cuxhaven. Der Wind weht unsichtbar durch den Film. Das Meer kommt und geht. Die Menschen kommen und gehen. Die Natur ist weder nett noch böse. Das Klima verändert sich. Die Pflanzen wandern, die Menschen wandern, alles scheint in Bewegung. Wind und Schwerkraft erzeugen manchmal ein Rollen. Die Lebewesen suchen sich ihre Nischen. In jeder Krise überleben die Glücklichsten, nicht die Stärksten. Die Kreisläufe des Planeten rotieren. Das Ende des einen ist der Beginn des anderen. Der Tod ist immer da, aber er ist nur punktuell und nicht das Ende. Die Zukunft passiert meistens anderswo, und kommt dann zum Betrachter. Die Zukunft erscheint wie ein unbekanntes und leeres Feld, überzeichnet mit Erwartungen, Ängsten und Wünschen der Gegenwart. Ändern sich die Dinge, wenn man seine Betrachtung der Dinge ändert?

Text: Clemens Wilhelm

Off Into The West

Rizki Resa Utama

Off Into The West
Cuxhaven
2016

Eine bekannte Schlussszene: Der Held macht sich nach gewonnener Schlacht auf den Weg Richtung Sonnenuntergang. Für den Zuschauer ist dies der Hinweis, dass er einer besseren Zukunft entgegengeht. Jedoch ist die Zukunft verborgen und wird nur durch den Sonnenuntergang inszeniert.

Der Sonnenuntergang als Motiv demonstriert die Grenze zwischen dem Hier und Jetzt und der unbekannten Zukunft. Weil sich diese Grenze nicht vorstellen lässt, dient der Sonnenuntergang als eine wahrnehmbare Alternative für das Unbekannte.
Die Zukunft beginnt somit bildlich gesprochen hinter dem Sonnenuntergang.
Der Künstler Rizki Resa Utama schafft es mit seinem Aufbau, diesen Denkvorgang künstlich und bildhaft zu simulieren.

Durch den linearen Aufbau von Licht, Kamera, Farbfiltern und Leinwänden, kann der Betrachter sich auf den Weg in den Sonnenuntergang machen und sich selbst dabei beobachten. Ferner kann er sich den Aufbau der gesamten Installation vor Augen führen und dabei feststellen, dass sich hinter der Leinwand, auf die die Sonne projiziert wird nichts befindet, als leerer Raum.

Der Westen, als Ort der untergehenden Sonne ist eine weitere Ebene dieser Arbeit. Der Westen steht quasi synonym für Modernität und Erfolg. Aus diesem Grund gilt der sog. Westen für Viele als der Ort für eine bessere und erfolgreichere Zukunft.

Eine Videodokumentation der Arbeit Off into the West:

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