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Martin Schepers

Ich Destillations Maschine

Ausstellungszeitraum

21. April bis 21. Mai 2017
Mi. – Fr. 16-18 Uhr
Sa. + So. 11-13 Uhr
und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Cuxhavener Kunstverein
Segelckestraße 25, Cuxhaven

Rahmenprogramm

Eröffnung
Grußwort:
Hans Hochfeld, 1. Vorsitzender
Einführung:
Jochen Hünnebeck M.A., Kurator
21. April, 19.00 Uhr

Künstlergespräch
23. April, 11 Uhr

Der Künstler Martin Schepers beschäftigt sich seit 2010 mit dem Thema Energie. Hierbei interessieren ihn vor allem industrielle Anlagen der Energieproduktion. Für die Werkreihe Ich Destillations Maschine liegt der Fokus auf Erdölraffinerien und den zeichenhaften Charakter der Konversions- und Veredelungsverfahren innerhalb dieser Anlagen. Im Kontext dieser Auseinandersetzung mit der Industrie, entwickelt Martin Schepers einen eigenen Energiebegriff.

Eine intensive Untersuchung der Prozesse und Abläufe in den Industrieanlagen dient dem Zeichner und Maler beim späteren Arbeitsprozess als theoretische und ästhetische Anlage. Die Werkreihe Ich Destillations Maschine ist in zwei nicht nur technisch zu unterscheidende Bereiche unterteilt:

Zeichnung

Die Zeichnungen markieren noch eine deutliche Nähe zu den Untersuchungen und Recherchen im Vorfeld, die als reale Basis des künstlerischen Entstehungsprozesses zu verstehen sind. Sie weisen eine deutliche Struktur auf, die eine Orientierung an technischen Plänen und Illustrationen sichtbar macht. Diese formalen Strukturen übernimmt Schepers in seinen Zeichnungen, verändert sie jedoch während bzw. durch den Arbeitsprozess. Das Dargestellte hat somit seine Identität nicht verloren, obschon sich neue Interpretationsmuster zeigen, die weit über eine rein technische Illustration hinausgehen. Wesentlich für die Arbeiten auf Papier ist, dass sie sich noch als konzentrierte Kopfarbeiten verstehen lassen.

Malerei

Die Gemälde in der Werkreihe öffnen einen anderen freieren Bezug auf die theoretische Basis. Hierbei zeigt sich ein expressiver und gestischer Malprozess. Alles Ursprüngliche wird stark abstrahiert. Eine konkrete Vorlage existiert nicht. Vielmehr ist es so, dass die theoretische Beschäftigung mit dem Thema unterschwellig Wirkung zeigt und als Hintergrund fungiert. Zwar sind auch in den Gemälden noch geometrische Strukturen sichtbar, jedoch sind sie nur noch durch den Kontext als Leitungssysteme lesbar. Die vielen Malschichten der Werke, in denen sich auch collagierte Bereiche befinden, machen deutlich, dass Schepers hier primär intuitiv und nicht rationell arbeitet. Eine deutliche Ambivalenz zu den Zeichnungen wird erkennbar. Es sind offenbar unterschiedliche Kräfte am Wirken, die jedes Werk zu einem Destillat, also einer Verfeinerung werden lassen. Hierin besteht auch die Essenz des Werktitels „Ich Destillations Maschine“. Schepers bezieht sich auf den metaphorischen Aspekt von Verwandlungsprozessen in Raffinerien, die sich als künstlerische Entwicklung wie auch als Werdungsprozesse einer Identität interpretieren lassen, welche immer auch mit Wandlungen und Brüchen einhergehen.

Martin Schepers

 

 

 

 

Martin Schepers wurde 1979 in Lengerich/Westfalen geboren. Studium der Bildenden Kunst an den Kunstakademien in Münster und Düsseldorf (bei Ulrich Erben, Helmut Federle und Siegfried Anzinger, mit Abschluss als dessen Meisterschüler) sowie der Philosophie an der Universität Münster (Examen bei Prof. Dr. Thomas Leinkauf und Prof. Dr. Kurt Bayertz über die Kritik der Urteilskraft von I. Kant).

Er war Stipendiat des Cusanuswerks, erhielt ein Reisestipendium der Kunstakademie Düsseldorf und ein Jahresstipendium des Cusanuswerks an die UCLA (LA). Neben eigenen Ausstellungen u. a. in Berlin, Köln, Düsseldorf, Wien, Antwerpen, Los Angeles und New York verwirklichte er als Mitglied der Magicgruppe Kulturobjekt (2012) Installationen im extra city Antwerpen und im Ludwig Forum. Mit dem von ihm mitbegründeten Künstlerkollektiv IKONOSTASE war er zuletzt in Ausstellungen vom Kunstverein Hannover und der DG Galerie in München vertreten. Des Weiteren führte er mit Philipp Hauss (Burgtheater Wien) das Filmprojekt Wunderblock (2014) in vier deutschen Städten durch. Als Bühnenbildner entwickelte er Konzepte für Inszenierungen wie Das Opfer (2012) in der Garage X in Wien sowie Mamma Medea (2013) und Radetzkymarsch (2014) am Landestheater Niederösterreich in St.Pölten. Aktuelle Projekte sind die Ausstellung „Picknick am Wegesrand“ im Kunstverein Dortmund sowie das Stipendium Centre international d‘art et du paysage – île de Vassivière/ Frankreich.