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In alle Winde

Timm Ulrichs:
Des großen Erfolges wegen

Ausstellungszeitraum

26. Juni bis
9. August 2015
Mi. – Fr. 16-18 Uhr
Sa. + So. 11-13 Uhr und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Cuxhavener Kunstverein
Segelckestraße 25, Cuxhaven

Rahmenprogramm

Eröffnung
Fr. 26. Juni, 19 Uhr

Öffentliche Führungen
Sa. 4. Juli, 11 Uhr
Sa. 18. Juli, 11 Uhr
Sa. 8. August, 11 Uhr

Die Küste, das Meer, das Watt. – Timm Ulrichs knüpft an seine früheren Cuxhavener Arbeiten an und zeigt Werke aus dem Naturraum unserer Region.

Die hintersinnigen Aktionen und Objekt-Arbeiten setzen sich spielerisch mit den Elementen Luft und Wasser auseinander. Ulrichs hinterfragt physikalische und ästhetische Phänomene. Vermeintlich feste Zusammenhänge in Sprache und Bild werden aufgelöst und dekonstruiert.


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Timm Ulrichs ist seit Anfang der 60er Jahre als Künstler aktiv. Beharrlich durchkreuzt er seitdem unsere Konventionen und Sehgewohnheiten, hinterfragt den Kunstbetrieb und konfrontiert uns mit Fallen und Paradoxien der deutschen Sprache oder Absurditäten des Alltags.

Ulrichs ist aktiver „Totalkünstler“ und emeritierter Professor. Timm Ulrichs gilt als die bedeutendste deutsche Künstlerpersönlichkeit der älteren Generation. 33 Jahre lang hat Ulrichs an der heutigen Kunstakademie Münster junge Künstler ausgebildet.

Schon seit den 1980er Jahren ist Timm Ulrichs im Cuxhavener Kulturleben präsent. So nahm er 1982 am “Symposion Nordseeküste” teil. 1991 trat er beim „Internationalen Künstlersymposion” im Fort Kugelbake auf. Im Jahr 1993 zeigte Ulrichs schließlich mit „Parcours“ eine Einzelausstellung in unserem Verein.

Die beharrliche Aufforderung von Timm Ulrichs, Konventionen und Sprache neu zu entdecken, Lebensbereiche und Kunstbetrieb in andere Kontexte zu setzen und dabei Fallen und Paradoxien aufzuzeigen, hat früh internationale Maßstäbe gesetzt. Schonungslos und konsequent stellte er dabei seine Person und seinen Körper bei vielen Arbeiten in den Mittelpunkt. Ulrichs’ Kunst ist mitunter provokant, doch erhebt sie nie den Zeigefinger. Und nicht selten ist sie mit reichlich Humor versehen.

Die Timm-Ulrichs-Ausstellung findet als groß angelegtes Projekt in Kooperation mit drei weiteren norddeutschen Kultur-Institutionen statt, die ebenfalls Werkschauen Ulrichs zeigen.

- Kunstverein Buchholz / Nordheide e.V.
- Stiftung Springhornhof Neuenkirchen
- Kunststätte Bossard

Die vier Ausstellungsstätten zwischen Lüneburger  Heide und Nordseeküste geben umfassende Einblicke in die Bandbreite seines über 50 Jahre langen Schaffens Timm Ulrichs. Der Künster zeigt bekannte Arbeiten sowie neue Werke. Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen dienen dabei als Ausgangspunkt und werden referenziell einbezogen.

Schirmherr ist der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil.

Jugendfotoprojekt: Ich, der Künstlertyp – oder mein Leben als Nachwuchskünstler

Jugendliche erfinden sich selbst neu als Künstlerfiguren und erstellen inszenierte Fotoportraits von sich selbst als Künstler oder Künstlerin. Dafür setzen sie sich mit dem Künstlerbegriff auseinander. Sie betrachten die Selbstdarstellung von Bildenden Künstlern und deren mediale Repräsentation. Künstlerbiografien, Klischees, Ideologien und Lifestyles werden untersucht.

Intellektuelle Konzeptkünstler mit Hornbrille und Macbook, Anarchisten und Punks mit Hund und Chaos‐Atelier, gesellschaftskritische am Meer lebende Neohippies oder Superstars des Kunstmarktes? Welcher Künstlertyp bin ich, welcher wäre ich gerne und welchen lehne ich ab?

Die Ausstellung von Timm Ulrichs im Cuxhavener Kunstverein und dessen ikonische Persönlichkeit ist der Ausgangspunkt, um über den Kunst‐ und Künstlerbegriff zu reflektieren. Durch das Projekt wird eine Reflexion über Kunst, Künstler und Institutionen aus der Sicht von jungen Menschen angeregt. So werden Jugendliche in die Debatte über Kunst und Kultur integriert und entwerfen Visionen und Szenarien über die mögliche Kunst von Morgen.

Hinter der phantasievollen, aber durchaus kritischen und ironischen Auseinandersetzung mit Künstlerdarstellungen steht auch die Frage: Wenn ich mein Leben künstlerisch gestalten könnte und meine eigene Persönlichkeit als ein Kunstwerk sehe, was könnte aus mir werden? Würde ich dann meinen Superstarträumen freien Lauf lassen oder habe ich gesellschaftliche Verpflichtungen mit meiner Kunst zu erfüllen?

Bei einem ersten Vorbereitungstreffen im Kunstverein, werden sich die Teilnehmer zunächst einmal kennen lernen. Anschließend werden sich die Jugendlichen die Ausstellung „In alle Winde“ ansehen. Ein etablierter Künstlertyp, der 75-jährige Timm Ulrichs gibt darin einen Einblick in das von ihm selbst maßgeblich mitgeprägte Genre der Konzeptkunst. Ausgehend von den Exponaten Ulrichs’ gehen die Jugendlichen anschließend der Frage nach: Was sind Künstler? Wie werden sie in den Medien dargestellt? Wie präsentieren sie sich selbst? Um Antworten darauf zu finden, werden die Teilnehmer auch in Zeitschriften und im Internet recherchieren.

Am zweiten Workshoptag entwickeln die Jugendlichen schließlich ihre eigene Künstlerfigur. Welche Biographie hätte ich als Künstler? Welche Ideologie? Wie würde ich aussehen?

An den weiteren Workshoptagen widmet sich die Gruppe ganz der Fotografie und der eigenen Inszenierung. Die Fotografien werden mit professionellen Begleitung von Künstlern und Kunstvermittler erstellt. Es werden Locations gesucht und Kulissen gestaltet. Accessoires und Klamotten werden sorgfältig ausgewählt. Posen werden probiert und einstudiert. Die Portraits werden in der Arbeitsumgebung der erfundenen Künstlerfigur inszeniert. Eine lehrstehende Wohnung, sparsam ausgerüstet mit einem Arbeitstisch und einem Laptop kann beispielsweise die Arbeitsumgebung einer jungen Künstlerin sein, für die das Internet das wichtigste Werkzeug darstellt. Ein luxuriöses Hotelzimmer könnte der Haupt‐ Arbeitsplatz eines Künstlersuperstars sein, der im internationalen Kunstmarkt ständig unterwegs ist. So erkunden die Jugendliche durch das Projekt auch verschiedene Orte in ihrer Stadt. Der Stadtteil Lehfeld, wo auch der Kunstverein liegt, wird für die Auswahl der Locations besonders berücksichtigt.

Das Projekt wird als offenes Angebot in den Sommerferien durchgeführt. Jugendliche verschiedener Stadtteile und Schulformen sollen angesprochen werden. Der Kunstverein bemüht sich, Jugendliche verschiedener Bildungsschichten einen Zugang zur Kunst zu ermöglichen. Kunst eröffnet Perspektiven, regt die Motivation an und fördert besonders soziale Kompetenzen. Fähigkeiten und Fertigkeiten, die oft im alltäglichen Schulleben im Verborgenen bleiben, können durch die Projektarbeit, gestützt durch die außerschulischen Bedingungen, entdeckt und gefördert werden. Jugendliche werden in ihren Ideen und Kompetenzen gestärkt und erfahren dadurch eine wesentliche Unterstützung in ihrer persönlichen Entwicklung. Seit mehreren Jahren kooperiert der Cuxhavener Kunstverein erfolgreich durch die Vermittlungsprojekte mit der Hauptschule Süderwisch. Der bestehende enge Kontakt zu Schülern und Lehrern wird in dem Projekt aufgegriffen um Jugendliche aus den Stadtteilen Lehfeld und Süderwisch für das Ferienprojekt zu erreichen. Auch durch eine Kooperation mit dem Haus der Jugend sollen Jugendlichen aus diesen Stadtteilen gewonnen werden.

Das Projekt “Ich, der Künstlertyp” in Cuxhaven ist ein Pilotdurchlauf. Geplant ist, das Projekt in Kooperation mit weiteren Kunstvereinen in Niedersachsen und Bremen durchzuführen um das Thema in ihrer Vielfältigkeit zu beleuchten. Jugendliche und Institutionen werden durch dieses partizipatorische Kunstprojekt vernetzt.

Das Projektformat soll Vermittlung, Beteiligung und professionelle künstlerische Ergebnisse zusammenbringen. Alle Ergebnisse werden in einem Dokumentationskatalog veröffentlicht. Neben den Recherchen, Reflexionen der Jugendlichen und den künstlerischen Fotografien, wird das Thema mit wissenschaftliche Beiträge zum Thema Künst und KünstlerInnen von morgen ergänzt.

>> Berichte zur Kunstvermittlung dieser Ausstellung
>> Weitere Infos zum Vermittlungsprojekt “Wechselwirkungen”

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