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Holzweg und Lichtung –
Ein Heimspiel

Rolf Bergmeier

Ausstellungszeitraum

31. August
bis 30. September 2012

Rahmenprogramm

Eröffnung
Fr., 31. August, 19.00 Uhr

Öffentliche Führung
2. September, 11.30 Uhr

Kunst op Platt
6. September, 18.00 Uhr

Wattwanderung
mit Rolf Bergmeier
9. September,  12.00 Uhr
Treffpunkt: Am Wattenweg / Ecke Duhner Strandstraße (Wanderung bei jedem Wetter!)

Performance
16. September, 17.00 Uhr,
Ergebnisse des Workshops zur Ausstellung “Die eigene Handlung wird zum Werk

Kunst-Café
20. September, 16.00 Uhr

Soziale Plastik-Workshop
„Leicht auftreten. Unterwegs zu einer anderen Welt.“ mit Dr. Hildegard Kurt
22. – 23. September, 10.00 Uhr

Finissage
30. September, 11.00 Uhr

In Cuxhaven zeigt Rolf Bergmeier eine Arbeit aus der Reihe „Öl auf Holz“ sowie eine 3D Projektion des gezeigten Originals. Im Raum sichtbar wird diese Projektion durch eine Datenbrille. Ein 3D Drucker druckt zudem kleine Kopien des Originals, die in Cuxhaven erworben werden können.

Vita von Wedel schreibt in der FAZ über die Arbeit des Künstlers Rolf Bergmeier: „So fragt er nach dem Ursprung der Kunst”. Bergmeier bezeichnet sich als Fundamentalisten. In der Tat führt er uns an unsere Fundamente.

Der 1957 in Cuxhaven geborene und heute in Hamburg lebende Künstler Rolf Bergmeier arbeitet mit Materialien aus der Natur. Bergmeier dekonstruiert die Sprache der Natur und übersetzt diese Sprachmittel in Kontexte der Kunst und der Philosophie. Bezüge zu den Rhizomtheorien von Gilles Deleuze und Félix Guattari als nicht-hierarchisches verflochtenes System sind augenfällig: Bergmeiers Plastiken sind gewebeartig zusammengesetzte, mit schwarzer Ölfarbe bemalte Astfragmente. Deleuze und Guattari dient das Rhizom als Metapher für ein postmodernes Modell der Wissensorganisation. Die Wirklichkeit in der Postmoderne ist „heterogen“, „dramatisch“ und „divers strukturiert“.

Bergmeier untersucht mit den Mitteln der bildenden Kunst einen direkten Wirklichkeitszugang. „Unsere Wissenschaften erzeugen ein starres begrenztes Abbild der Wirklichkeit, mit dem sich die dynamisch unendlich komplexe Wirklichkeit nicht wahrnehmen lässt. Dieses Missverständnis ist mitursächlich für die von uns betriebene Umweltzerstörung“, sagt Bergmeier. Mit seinen Plastiken sucht er nach anderen Perspektiven und hält diese in seinen Arbeiten für die Rezipientinnen bereit. Die Plastiken ersetzen dabei nicht einen Teil des Raumes, sondern berühren den Raum in ihrer Durchlässigkeit auf fast zärtliche Weise. Wenn wir uns die Zeit nehmen, uns einlassen, kommen wir mit dem Raum selber, der reinen Präsenz, dem Eigentlichen, in Kontakt.

Bergmeier: „Die Moderne versuchte mit hierarchischen Strukturen und ideologischen Verengungen das Außen in Ich-befriedigender Weise zu modellieren. Pustekuchen. Die Postmoderne versucht nun, sich mehr intuitiv als zielbewusst, der Irritation zwischen dem Zweibeiner und der Wirklichkeit zu nähern, neue Lösungswege aufzudecken. Vor der Moderne sollte ein Bild wahr sein. Die Moderne befreite uns vom Zwang des Abbildes. Das Postmoderne Bild soll einen Wirklichkeitszugang schaffen. Eine gesunde Beziehung zur Wirklichkeit ist die erste Voraussetzung, um die komplexe Maschinerie umweltfressenden Wahns  anzuhalten, die wir seit der mesolithischen Seßhaftwerdung in “unserer” Welt etablieren.“