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Enrico Baj

Zum 75. Geburtstag

Ausstellungszeitraum

6. bis 26. Februar 1999
Mi. – Fr. 16-18 Uhr
Sa. + So. 11-13 Uhr
und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Cuxhavener Kunstverein
Große Hardewiek 35, Cuxhaven

Rahmenprogramm

Eröffnung
Grußwort: Dr. Bianca Ferone Perle Istituto Italiano di Cultura, Wolfsburg
Einführung: Katja Kwastek M.A., Köln
Zur Eröffnung spielt das Duo Francesco D’Orazio – Geige Giampaolo Nufi – Klavier Werke von Nino Rota.
5. Februar, 19.30 Uhr

Aus Anlaß des 75. Geburtstages von Enrico Baj zeigt der Cuxhavener Kunstverein einen Überblick über das druckgraphische Werk des Künstlers.

Enrico Baj ist Mitbegründer des Movimento Nucleare, einer Gruppe, die sich unter dem Eindruck der atomaren Bedrohung mit den Chancen und Gefahren der Nuklearenergie auseinandersetzt. Immer wieder bezieht Baj mit seiner Kunst politisch und gesellschaftlich Stellung. Aber auch die Kunst selbst wird Gegenstand seines Schaffens. Er setzt sich verfremdend mit Werken berühmter Künstler auseinander. Komplettiert wird das Schaffen durch Buchillustrationen, Texte und zahlreiche Keramiken.

Ironie, Verabscheuung von Gewalt, Prahlerei und Krieg und Faszination des Übermenschlichen und Mystischen. – Einige Grundprinzipien, die die Kunst Enrico Bajs, so vielgestaltig sie sich auch gibt, bestimmen.

Diese Ausstellung ist, soweit uns bekannt ist, die einzige Ausstellung zum 75. Geburtstag von Enrico Baj in Deutschland. Die Kunstzeitung ART stellt diese Ausstellung in seiner Vorschau 1999 als eine der Höhepunkte des Kunstjahres 1999 vor.

Enrico Baj, 1924 in Maiand geboren, studiert nach dem Krieg an der dortigen Kunstakademie und ist Mitbegründer des Movimento Nucleare, einer Gruppe, die sich unter dem Eindruck der atomaren Bedrohung mit den Chancen und den Gefahren der Nuklearenergie auseinandersetzt.

Baj versucht, mit abstrakten Kompositionen in einer Jackson Pollock verwandten Drip-Technik Formen geistiger und materieller Energie zu visualisieren.

Die Beschäftigung mit der Materie führt über die Serie der Monti-Darstellungen von Bergen, die er als zähe Farbmasse auf Tapete oder Stoff setzt – zu der Frage nach dem Wesen des Außerirdischen. Seine so genannte Arfe Interplanetaria zeigt Gestalten von anderen Sternen, Ultracorpi, die in kitschigen Alpenlandschaften landen, um sich auf Frauen im Soft-Porno-Stil zu stürzen. In der berühmten Serie der Generäle hängt er – von der Abstraktion wieder zur figürlichen Malerei zurückgekehrt – den zu Politschen Persönlichkeiten gewandelten Monstern dann reale Orden an. Immer wieder bezieht Baj mit seiner Kunst politisch und gesellschaftlich Stellung. So kommentiert er den ungeklärten Tod eines Untersuchungshäftlings mit dem bekannten Werk Begräbnis des Anarchisten Pinelli, schafft mit der monumentalen Arbeit Apokalypse einen Kommentar zur modernen Gesellschaft und beschäftigt sich mit der Person Berlusconis.

Aber auch die Kunst selbst wird zum Gegenstand seines Schaffens. Er setzt sich verfremdend mit den Werken berühmfer Künstler auseinander, z. B. der Mona Lisa (als Kommentar auf die Verfremdung durch Marcel Duchamp) und Picassos Guernica. Komplettiert wird das Schaffen des unermüdlichen Künstlers durch Buchillusrationen, Texte und zahlreiche Keramiken.

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