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Dies alles gibt
es also

Das Vierte Buch

Ausstellungszeitraum

25. September
bis 16. Oktober 2014

Mi. – Fr. 10-13 Uhr
Sa. + So. 11-14 Uhr
und nach Vereinbarung

Ausstellungsort

Kühlhaus
an der Neufelder Straße 22

Rahmenprogramm

Künstlergespräch
Di., 23. September
19.00 Uhr

Eröffnung mit den Künstlern
Do., 25. September
19.00 Uhr

Öffentliche Führung
Sa., 4. Oktober 11.00 Uhr

Finninsage der
Vier Bücher

Fr., 24. Oktober 20.00 Uhr

Fokussierung in die Stille: Die letzte Ausstellung zeigt sich ruhig und kontemplativ. Mit der Gegenüberstellung von zwei Malerei-Positionen findet die Ausstellungsreihe des Cuxhavener Kunstvereins einen fokussierten, verinnerlichten Schlusspunkt.

Das Kühlhaus an der Neufelderstraße bietet mit seinem rauen und ungeschönten Ambiente den architektonischen Rahmen der Ausstellung. In einem der insgesamt vier riesigen, fensterlosen Räume mit hohen Decken finden die großformatigen Malereien von Judith Sturm und Ewen Gur ihren Platz.

>> Ein Rundgang durch die Ausstellung

Das vierte Buch mit dem Titel „Dies alles gibt es also“ bildet einen eher stillen, meditativen Schlusspunkt der Ausstellungssequenz: großformatige Bilder von Ewen Gur und Judith Sturm bespiegeln sich gegenseitig.

Der junge Franzose Ewen Gur, dessen Werke wie ins Riesige gewendete Illustrationen und Comic-Episoden anmuten, spielt in seinen Arbeiten mit der Wahrnehmung einer Umwelt, die sich stark auf Aspekte des Konsums konzentriert. Die Glitzerwelt der Werbung bricht Gur mit der Abbildung in einer monochromen Farbpalette – es sind sehr schwebende, sehr komplexe Annäherungen an eine laute, schreiende Weit.

Kontrastierend hierzu sind die Bilder von Judith Sturm künstlerische Auseinandersetzungen mit dem (weiblichen) Körper. Und sie beziehen ihre Wirkmächtigkeit aus der kleinen, beiläufigen Geste. Ihre Bilder wirken trotz des oft beträchtlichen Formats kammermusikalisch, bieten eine vertraute Nahsicht.

Es sind Momentaufnahmen, subtil und kristallin. Judith Sturms Bilder sind kraftvoll, doch nicht pathetisch. Sie sind ganz bei sich, die Figuren bilden ihr eigenes Bezugssystem. ln der Gegenüberstellung dieser doch sehr unterschiedlichen Bildauffassungen öffnet sich ein Raum zwischen Öffentlichkeit und Privatem, zwischen Hektik und Stille, zwischen Außenwirkung und Innensicht.

Nach einem ereignisreichen Jahr mit performativen Formen, mit Brückenschlägen zwischen den Genres und Darstellungsformen sowie mit allerlei Skalierungen von Themen, die sich aus der konkreten Ortsbefragung ergeben, bildet eine Fokussierung auf das Thema Malerei den Abschluss einer Ausstellungssequenz, die durch bewusste Weitung des Darstellungsspektrums eine Selbstbefragung des Ausdruckskosmos auslösen wollte.

Eine Resignation? Eine bewusste Rückführung zu bewährten Formen? Mutlosigkeit? Wer kann das sagen.

Es ist jedenfalls ein ausdrückliches kuratarisches Anliegen, nach einem turbulenten Jahr das Ausstellungsgeschehen auf Momente der Stille und der Kontemplation, auf Aspekte der formalen Klarheit und der strukturellen Einfachheit zurückzuführen. Eine Fokussierung, die in die Stille führt und die der Selbstbefragung mit künstlerischen Mitteln einen intensiven, materialmäßig reduzierten, ausdrucksmäßig dafür aber umso intensiveren Schlusspunkt hinzufügt: Kunst ist das, was in uns selbst ist.

Judith Sturm setzt sich mit den Themen Körperlichkeit und Körpererfahrung auseinander. Die Grundlage der künstlerischen Ästhetik Ewen Gurs bildet die Bildsprache der Comics und Cartoons, die zeichnerische Annäherung an Personenskizzen und Filmskripts.

Ewen-GurEwen Gur lebt in Berlin, kommt aus Lothringen und hat seine künstlerischen Wurzeln in der Illustration. Durch die Überführung von Comic- und Cartoon-Motiven auf die große Leinwand entstehen intensive Bild­erlebnisse, die das Flüchtige in eine neue, gewaltige Dimension wenden. Anregungen für seine Arbeiten findet Ewen Gur vor allem in der Musik und dem Berliner Stadtleben.
>> Die Website des Künstlers

Judith-SturmDie großformatigen Ölgemälde Judith Sturms zeigen weibliche Körper in beiläufigen, entspannten Posen- Bilder, die wie Zufallsbeobachtungen wirken. Doch gerade durch die Beiläufigkeit wird die Fragilität der Situation manifest- der in Berlin lebende Künstlerin gelingt es, Bedrohung und Gefahr gleichsam außerhalb des Bildausschnitts anzusiedeln. Ausstellungen in Soorlouis sowie im “Palais am Festungsgraben” in Berlin waren ein vielversprechender Auftakt für die Karriere der
jungen Künstlerin.
>> Die Website der Künstlerin


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Das Vierte Buch bietet Momente der Stille. <hyperlink>s greift die Idee auf und stellt Jugendlichen eine besondere Herausforderung: Gestaltet einen Raum der Ruhe und Kontemplation.

Rückblickend zeigen die Vier Bücher und die künstlerische Auseinandersetzung, dass an den Orten, an denen man sich befindet oder an denen, die man längst für “tot” erklärt hat, spannende Geschichten verborgen liegen. Die Häuschen dienen, wie das vierte Buch, der Rückschau und Kontemplation aber auch der Auseinandersetzung mit sich selbst im Jetzt und Hier sowie den Blick in die Zukunft.

Den Besuchern soll im Rahmen der Kunstvermittlung ein stetiger Handlungs- und Kommunikationsraum eröffnet werden. Durch ein Skizzen- und Sammelheft in Form eines Buchs im Kunstverein und/oder eines Blogs im Internet können Besucher auf die Ausstellung Bezug nehmen und/oder diese mit Ideen und Gedanken (Querverweisen und Hyperlinks) ergänzen oder erweitern.

>> Berichte zur Kunstvermittlung dieser Ausstellung
>> Weitere Informationen zum Kunstvermittlungsprogramm <hyperlink>s

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