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Tempora mutantur, nos et mutamur in illis, lateinisch für „Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen“. Eine Redewendung, die besonders im 16. Jahrhundert Verbreitung fand. Doch finden auch in der heutigen Zeit Veränderungen statt, die sich auf den sozialen Korpus auswirken, ihn verformen – ihn dehnen und strecken. Doch was hat das mit Kunst zu tun?

Diesen sozialen Korpus nennen wir gemeinhin Bevölkerung und seine aktuelle Entwicklung wird von uns häufig mit demographischer Wandel umschrieben. Doch ist es eigentlich kein richtiger Wandel. Das Wort Wandel suggeriert Bewegung wo sonst Stillstand herrscht. Doch unser kollektiver Körper ist ständig in Bewegung, verändert ständig seine Dimensionen und Strukturen. Es gibt aber Besonderheiten: wir werden älter – wir selbst – und dadurch auch unsere Bevölkerung. Dabei werden wir aber nicht mehr, sondern weniger. Darüber hinaus verändert sich das quantitative Verhältnis zwischen Männer und Frauen. Wir haben zukünftig zum ersten Mal mehr Männer als Frauen.

Tempora mutantur also, und weiter? Wir müssen offenbar was tun. Und “wir” das ist wieder dieser Körper – oder vielmehr sein Kopf, sein Geist. Auch dieser ist ständig in Bewegung – und damit er nicht stillsteht muss er immer wieder provoziert werden. Provozieren im besten Sinne des Wortes. Provozieren bedeutet  zu reizen, herausfordern. Und unser kollektiver wie sozialer Verstand muss immer wieder herausgefordert werden – sonst wird er schläfrig und unaufmerksam. Und kaum etwas eignet sich mehr zum Provozieren als Kunst. Die Kunst und ihre Helden mussten immer provozieren, Grenzen ausloten und Gebiete verteidigen und erweitern.
Wenn es ums Erweitern geht muss natürlich Beuys genannt werden. Der Mann mit Hut und Anglerweste, der behauptete jeder Mensch sei ein Künstler – weil jeder auf seine Art an der Sozialen Plastik arbeite. Was ist diese Soziale Plastik, wenn nicht eben der soziale Korpus der uns als Bevölkerung ausmacht?

Rote Plakate verlangen mit eigenwillig gesetzter Aufschrift Aufmerksamkeit. Die Zeiten ändern sich steht da. Jedoch äußert sich der Autor nicht darüber, wie und für wen und ob es bessere Zeiten sind, die da kommen, oder gar noch schlechtere? Und stimmt das überhaupt? Der Leser ist mal wieder gefragt. Er muss sich fragen – er kann nicht anders. Was ändert sich eigentlich und warum? Was lässt sich machen, um gefährlichen Entwicklungen entgegenzuwirken? Was muss fortgesetzt, was tunlichst vermieden werden?

Ein rotes Plakat, das uns nur für einen Moment inne zu halten auffordert. Zu überlegen und mit etwas Witz und Geist das Sinnierte wiederzugeben. Warum nicht? Versuchen Sie´s!

 

 

 

 

 

 

 

 

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