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Zehn Jugendliche aus der Elfenbeinküste, aus Somalia, Syrien, Italien und Deutschland haben sich in den Sommerferien mit dem Künstlerbegriff ihrer Kultur auseinandergesetzt und sich selbst als “Künstlertyp” inszeniert. Die Fotografien, die dabei entstanden sind, werden ab morgen im Bürgerzentrum Lehfeld gezeigt.

Ein expressionistischer Maler, der sich auf der großen Leinwand ausdrückt. Ein Multimediakünstler, der mit der neusten Technik experimentiert. Ein Fotograf, der aus Krisengebieten über Krieg und Armut berichtet. – Beim zurückliegenden Jugendfotoprojekt haben sich die Teilnehmer als Künstlerfiguren neu erfunden. Gemeinsam wurden Hintergründe und Kulissen gesucht, Accessoires und Klamotten ausgewählt und Posen ausprobiert. Acht inszenierte Fotomotive von fiktiven Künstlerfiguren sind so entstanden. Bei einer intensiven Projektwoche in den Sommerferien setzten sich die zehn Jugendlichen mit dem Künstlerbegriff und der medialen Darstellung von Künstlern auseinander. Dabei wurden Klischees, Ideologien und Lifestyles untersucht.

 

Viele der Teilnehmer leben erst seit kurzer Zeit in Deutschland. Daher stellte sich gleich zu Beginn des Workshops die Frage: Welche Künstlerbilder bringen die Teilnehmer aus den verschiedenen Kulturen mit?

Interkulturelle Vermittlungsstrategie

Um die Gruppenarbeit und die thematische Auseinandersetzung trotz sprachlicher Barrieren zu ermöglichen, hat die Projektleiterin Paulina Cortés eigens einen mehrsprachigen Fragebogen entwickelt, mittels dessen die Jugendlichen ihrem eigenen Künstlertyp auf die Spur kommen könnten. Die Teilnehmer übersetzen sich gegenseitig und eine Dolmetscherin unterstütze das Projekt.

Ergänzend wurden den Teilnehmern Fotos aus Zeitungen und Zeitschriften zur Verfügung gestellt, die ganz unterschiedliche medial inszenierte Künstlerbilder zeigten. So konnten die Teilnehmer sich visuell mit einem Künstlertyp identifizieren und die gewünschte Bildsprache für das eigene Foto finden.

Nachdenken über die Kunst von morgen

Durch die künstlerisch-praktische Arbeitsweise wurde eine Aufarbeitung des Themas trotz sprachliche Einschränkungen möglich. Hinter der phantasievollen, aber durchaus kritischen und ironischen Auseinandersetzung mit Künstlerdarstellungen steht auch die Frage: Wenn ich mein Leben künstlerisch gestalten könnte und meine eigene Persönlichkeit als ein Kunstwerk sehe – was könnte dann aus mir werden?

Mit dem Projekt möchte Paulina Cortés Junge Menschen dazu anregen, über Kunst, Künstler und Kunstinstitutionen zu reflektieren. Jugendliche sollen in die Debatte über Kunst und Kultur integriert werden und Visionen und Szenarien über die Kunst von Morgen entwerfen.

Die Ausstellung “Ich, der Künstlertyp” wird am Mittwoch, den 30. September 2015 um 17 Uhr im Bürgerzentrum Lehfeld feierlich eröffnet. Die Fotografien und Exponate sind bis 30. Oktober am Lappeplatz 3 in Cuxhaven zu sehen.

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